Yunas Katzentagebuch

Kleine Pfoten, große Abenteuer.

🐾 Yuna war hier 2 Monate alt.

The Tail – der Feind in meiner Burg

The Tail – der Feind in meiner Burg

The Tail – der Feind in meiner Burg 🐾

Ich muss über ein ernstes Sicherheitsproblem sprechen.

Es betrifft Castle in the Sky.

Meine Burg.

Meinen höchsten Beobachtungsposten.

Meinen Schlafplatz.

Eigentlich sollte ich mich dort oben sicher fühlen.

Aber heute musste ich feststellen:

Der Feind ist bereits drin.

Und natürlich handelt es sich wieder um ihn.

The Tail.

Der Schwarze Schatten.

Mein ältester Gegner.

Mein hartnäckigster Gegner.

Und bislang leider auch:

mein erfolgreichster Gegner.

Er war plötzlich wieder da ⚔️

Ich befand mich oben in Castle in the Sky, als ich eine Bewegung bemerkte.

Schwarz.

Schnell.

Direkt hinter mir.

The Tail!

Also herumdrehen.

Pfote raus.

Daneben.

Noch einmal drehen.

Da!

Wieder weg.

Andere Richtung.

Pfote!

Schon wieder daneben.

Dieser Gegner besitzt eine ausgesprochen beunruhigende Fähigkeit.

Er scheint jede meiner Bewegungen vorherzusehen.

Wenn ich mich langsam drehe, bewegt er sich langsam.

Wenn ich schneller werde, wird er ebenfalls schneller.

Und wenn ich richtig loslege…

dreht plötzlich die gesamte Katze durch.

Das kann kein Zufall sein.

Im Castle hat er auch noch Deckung 🏰

Heute kam erschwerend hinzu, dass The Tail offenbar gelernt hat, die Architektur meiner eigenen Burg gegen mich einzusetzen.

Er verschwand hinter der weichen Umrandung.

Ich hinterher.

Plötzlich tauchte er an einer anderen Stelle wieder auf.

Umdrehen.

Weg.

Andere Seite.

Wieder da!

Ich möchte an dieser Stelle eine wichtige Frage stellen:

Wie ist dieser Kerl überhaupt in meine Burg gekommen?

Ich habe ihn nicht hereingelassen.

Meine Menschen waren es offenbar auch nicht.

Und trotzdem besitzt The Tail Zugang zu jedem meiner Aufenthaltsorte.

Ground Zero.

Schattenarchiv.

Sofa.

Castle in the Sky.

Er ist überall.

Mein Mensch behauptet weiterhin, The Tail habe permanenten Root-Zugriff auf mich.

Langsam befürchte ich, dass er recht haben könnte.

Die Statistik wird unangenehm

Meine bisherige Kampfbilanz kann sich eigentlich sehen lassen.

Fliege: −1

Motte: −1

Mücke: −1

Und dann:

The Tail: 0

Immer noch.

Ich habe ihn gejagt.

Ich habe ihn gebissen.

Ich habe ihn inzwischen sogar angeknurrt.

Keine Wirkung.

Schlimmer noch:

Bei diesem Gegner führt ein erfolgreicher Biss gelegentlich zu einem ausgesprochen merkwürdigen Nebeneffekt.

Plötzlich tut mir selbst etwas weh.

Ich halte das für eine höchst unfaire Verteidigungstechnik.

Also erklärte ich den Krieg für beendet

Irgendwann hatte ich genug.

Nicht weil The Tail gewonnen hätte.

Das möchte ich ausdrücklich festhalten.

Er hat nicht gewonnen.

Ich habe lediglich beschlossen, dass mir der Konflikt momentan zu langweilig ist.

Das ist etwas völlig anderes.

Also setzte ich mich auf meinen obersten Beobachtungsposten.

Vorderpfoten über die Brüstung.

Ein bisschen die Lage beobachten.

The Tail war natürlich immer noch da.

Aber ich ignorierte ihn.

Das ist vermutlich die schlimmste Strafe für einen Erzfeind.

Kurz darauf legte ich meinen Kopf auf die weiche Umrandung.

Eine Pfote hing über der Burgmauer.

Augen zu.

Waffenstillstand.

Dann fand ich einen besseren Gegner 🪵

Später entdeckte ich etwas wesentlich Vernünftigeres.

Ein kleines Stöckchen.

Keine Elektronik.

Keine Kabel.

Kein WLAN.

Kein Stromanschluss.

Keine künstliche Intelligenz.

Nicht einmal besonders viele Funktionen.

Ein Stock eben.

Und trotzdem ist dieses Gerät erstaunlich gut konstruiert.

Man kann es mit den Pfoten festhalten.

Man kann danach schlagen.

Man kann es herumwerfen.

Und vor allem:

Man kann hineinbeißen.

Das ist ein entscheidender Vorteil.

Denn wenn ich in ein Stöckchen beiße, passiert etwas Wunderbares:

Mein eigener Hintern tut nicht plötzlich weh.

Endlich ein Gegner mit vernünftig implementierter Treffererkennung.

Hardwareklasse: Stock

Ich habe das Gerät auf dem Sofa ausführlich getestet.

Pfote drauf.

Festhalten.

Beißen.

Loslassen.

Wieder greifen.

Noch einmal beißen.

Funktioniert.

Manchmal beschäftigen sich meine Menschen mit ziemlich komplizierter Technik.

Computer.

Smartphones.

Server.

Netzwerke.

Smart Home.

Ich selbst habe ebenfalls schon einiges davon untersucht.

Aber heute muss ich zugeben:

Nicht jede gute Technologie braucht einen Prozessor.

Das Stöckchen benötigt keine Updates.

Keine Zugangsdaten.

Keine Netzwerkverbindung.

Keine Stromversorgung.

Und vermutlich bekommt es auch niemals eine KI-Funktion.

Hoffentlich.

Mein Testurteil:

Hardwareklasse „Stock“ – uneingeschränkt katzenkompatibel.

Später zurück ins Castle 😴

Nach einem solchen Arbeitstag braucht eine Katze natürlich Ruhe.

Also ging ich wieder nach oben.

Zurück nach Castle in the Sky.

Und machte es mir gemütlich.

Zumindest empfand ich meine Position als gemütlich.

Meine Menschen schienen diesbezüglich Fragen zu haben.

Von unten waren nämlich mehrere Pfoten zu sehen.

In unterschiedlichen Richtungen.

Mein Kopf befand sich irgendwo an einer anderen Seite.

The Tail lag ebenfalls irgendwo dazwischen.

Und offenbar war zeitweise nicht eindeutig festzustellen:

Wo beginnt diese Katze und wo hört sie eigentlich auf?

Ich verstehe das Problem nicht.

Ich lag bequem.

Mehr muss ein Schlafplatz nicht leisten.

Meine Menschen benötigen offenbar Dokumentation

Mein Mensch beschäftigt sich gerne mit ordentlich dokumentierten Systemen.

Deshalb habe ich versucht, ihm meinen aktuellen Zustand technisch zusammenzufassen:

Körperposition: UNDOCUMENTED

Pfotenposition: verteilt

The Tail: vorhanden

Schwerkraft: optional

Komfort: 100 %

Katze: operational

Damit sollte eigentlich alles geklärt sein.

Tagesbilanz

Für heute halte ich fest:

Castle in the Sky: verteidigt
The Tail: erneut aufgetaucht
Gefecht: heftig
Sieger: keiner
Fliege: −1
Motte: −1
Mücke: −1
The Tail: weiterhin 0
Waffenstillstand: durch Desinteresse erreicht
Stöckchen: erfolgreich bekämpft
Friendly Fire: beim Stöckchen nicht festgestellt
Schlafposition: UNDOCUMENTED
Komfort: ausgezeichnet

Damit endet ein weiterer erfolgreicher Tag.

The Tail befindet sich zwar weiterhin in meinem Revier.

Aber ich habe beschlossen, mich heute nicht mehr darum zu kümmern.

Morgen ist schließlich auch noch ein Tag.

Und irgendwann werde ich herausfinden, wie dieser Schwarze Schatten es schafft, wirklich überall dort aufzutauchen, wo ich bin.

Bis dahin behalte ich ihn im Auge.

…

Sobald ich herausgefunden habe, wo zwischen all meinen Pfoten er gerade liegt.

🐾 Yuna

Burgherrin von Castle in the Sky, Bezwingerin klassischer Stöckchen und weiterhin erfolglose Jägerin des Schwarzen Schattens

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