Yunas Katzentagebuch

Kleine Pfoten, große Abenteuer.

🐾 Yuna war hier 74 Tage alt.

Tag 7: Ihr wart weg? Ich hatte alles unter Kontrolle

Tag 7: Ihr wart weg? Ich hatte alles unter Kontrolle

Ihr wart weg? Ich hatte alles unter Kontrolle 🐾

Heute geschah etwas Neues.

Meine Menschen gingen weg.

Alle.

Und dieses Mal kamen sie nicht nach ein paar Minuten wieder.

Plötzlich war es ruhig.

Sehr ruhig.

Keine Schritte.

Keine Stimmen.

Niemand, der durch die Wohnung lief.

Niemand, den ich verfolgen musste.

Nur ich.

Und mein Revier.

Also gut – dann habe ich eben Dienst

Meine Menschen haben sich darüber vermutlich wesentlich mehr Gedanken gemacht als ich.

Schließlich war ich heute zum ersten Mal ungefähr drei Stunden allein zu Hause.

Drei Stunden!

Vor einer Woche wäre das für mich vielleicht noch ziemlich aufregend gewesen.

Damals kannte ich dieses Haus schließlich kaum.

Aber inzwischen?

Ich weiß, wo mein Futter steht.

Ich kenne meinen Trinkbrunnen.

Ich kenne mein Katzenklo.

Ich kenne meine Wege.

Ich kenne meine Verstecke.

Und vor allem habe ich inzwischen einen ausgezeichneten Beobachtungsposten.

Das Schattenarchiv.

Also bestand überhaupt kein Grund zur Aufregung.

Das Hauptquartier gehört mir

Natürlich hätte ich die Abwesenheit meiner Menschen nutzen können.

Drei Stunden unbeaufsichtigt!

Man stelle sich nur die Möglichkeiten vor.

Kabel.

Schuhe.

Papier.

Das Homelab.

Diese interessante Steckdosenleiste …

Aber nach dem kleinen Infrastrukturtest von gestern scheint mein Mensch bei bestimmten Dingen inzwischen etwas aufmerksamer geworden zu sein.

Schade eigentlich.

Also entschied ich mich für eine andere Strategie.

Ruhe bewahren und das Hauptquartier überwachen.

Dafür gibt es schließlich das Schattenarchiv.

Oben im Regal.

Geschützt.

Gemütlich.

Mit hervorragender Übersicht.

Ich legte mich hin.

Und wartete.

Dann kamen sie zurück

Irgendwann hörte ich wieder etwas.

Die Menschen waren zurück.

Und was fanden sie vor?

Keine verwüstete Wohnung.

Keine umgeworfenen Möbel.

Keinen vollständigen Ausfall der Cloud-Infrastruktur.

Sondern:

mich.

Ganz friedlich in meinem Schattenarchiv.

Offenbar waren meine Menschen darüber ziemlich erleichtert.

Ich hingegen verstehe die Überraschung nicht ganz.

Was hatten sie erwartet?

Dass ich in ihrer Abwesenheit eine Party veranstalte?

…

Gut.

Die Idee merke ich mir für später.

Natürlich musste ich erst einmal nachsehen

Als meine Menschen wieder da waren, musste ich selbstverständlich kurz überprüfen, ob sie tatsächlich vollständig zurückgekehrt waren.

Man kann schließlich nie wissen.

Also erst einmal schauen.

Ein bisschen Aufmerksamkeit einfordern.

Kurz kontrollieren, ob nach drei Stunden Abwesenheit noch alle wichtigen Funktionen vorhanden sind.

Hände zum Streicheln?

Vorhanden.

Stimmen?

Vorhanden.

Menschen vollständig?

Sieht gut aus.

Damit konnte der normale Betrieb wieder aufgenommen werden.

Dann wurde ich gewogen

Als wäre dieser Tag noch nicht aufregend genug gewesen, beschlossen meine Menschen anschließend auch noch, mich zu wiegen.

Offenbar möchten sie dokumentieren, wie ich wachse.

Das Ergebnis:

1,05 Kilogramm

Das klingt vielleicht nicht nach besonders viel.

Aber man sollte bedenken, was in diesen 1,05 Kilogramm alles enthalten ist:

  • vier Pfoten,
  • ein Schwanz,
  • zwei ausgezeichnete Ohren,
  • sehr scharfe Augen,
  • jede Menge Neugier,
  • erstaunlich viel Energie,
  • eine angehende Systemadministratorin,
  • und mehrere noch streng geheime Pläne zur Weltherrschaft.

1,05 Kilogramm hochkonzentrierte Katze.

Ich finde das durchaus beeindruckend.

Eine Woche

Und dann ist da noch etwas.

Heute wohne ich seit fast einer Woche bei meinen Menschen.

Wenn ich daran denke, wie vorsichtig ich am ersten Tag aus meiner Transporttasche geschaut habe, ist seitdem unglaublich viel passiert.

Ich habe mein Revier erkundet.

Meine Menschen kennengelernt.

Neue Schlafplätze gefunden.

Das Schattenarchiv bezogen.

Technik untersucht.

Und heute habe ich festgestellt:

Dieses Zuhause bleibt auch dann mein Zuhause, wenn meine Menschen einmal nicht da sind.

Ich muss keine Angst haben.

Ich kann mich hinlegen.

Schlafen.

Warten.

Denn irgendwann höre ich wieder ihre Schritte.

Und dann sind sie wieder da.

Das gefällt mir.

Natürlich werde ich ihnen nicht erzählen, dass ich vielleicht ein kleines bisschen froh war, sie wiederzusehen.

Man muss schließlich einen gewissen professionellen Abstand bewahren.

Deshalb lautet der offizielle Bericht:

Abwesenheit der menschlichen Besatzung: etwa drei Stunden.

Hauptquartier: gesichert.

Schattenarchiv: besetzt.

Agentin Yuna: 1,05 kg und voll einsatzfähig.

Alles unter Kontrolle.

Wie immer.

🐾 Yuna

Hauskatze, Hüterin des Schattenarchivs und 1,05 Kilogramm konzentrierte Weltherrschaft

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