Ich wollte doch nur mal nachsehen 🐾
Heute habe ich einen neuen Bereich meines Reviers entdeckt.
Und ich sage euch:
Da gibt es Kabel.
Viele Kabel.
Außerdem stehen dort Geräte.
Kleine Geräte.
Größere Geräte.
Geräte mit Lämpchen.
Ein Laptop.
Ein Switch.
Und dann gibt es noch etwas, das mein Mensch „Homelab“ nennt.
Ich wusste sofort:
Das ist wichtig.
Mein Mensch hat da offenbar ein Hobby
Ich habe meinen Menschen schon öfter an Computern gesehen.
Er tippt.
Er schaut auf irgendwelche Fenster.
Er tippt wieder.
Manchmal freut er sich.
Manchmal sagt er Dinge, die ich an dieser Stelle lieber nicht wiederhole.
Und irgendwo im Haus stehen offenbar die Geräte, die dafür verantwortlich sind.
Das musste ich natürlich untersuchen.
Schließlich bin ich inzwischen nicht mehr die kleine Katze, die vorsichtig aus ihrer Transporttasche schaut.
Ich kenne mein Zuhause.
Ich habe meinen Beobachtungsposten im Regal.
Ich habe die wichtigsten Laufwege erfasst.
Und deshalb war es nur eine Frage der Zeit, bis ich mich auch mit der technischen Infrastruktur beschäftige.
Sehr interessant hier
Also habe ich mich umgesehen.
Laptop?
Interessant.
Kabel?
Sehr interessant.
Switch?
Blinkt.
Homelab?
Noch interessanter.
Und dann entdeckte ich etwas besonders Spannendes:
Eine Steckdosenleiste.
Da gibt es einen Schalter.
Einen richtigen Schalter!
Nun muss man zu meiner Verteidigung sagen:
Wenn Menschen einen Schalter irgendwo anbringen, können sie doch nicht ernsthaft erwarten, dass niemand überprüft, was er macht.
Also habe ich ihn überprüft.
Plötzlich war die Cloud weg
Kurz darauf geschah etwas Merkwürdiges.
Meine Menschen wunderten sich.
Irgendetwas funktionierte nicht mehr.
Offenbar waren Dienste nicht mehr erreichbar.
Die Cloud war ausgefallen.
Mein Mensch begann sofort, über mögliche Ursachen nachzudenken.
Netzwerk?
Switch?
Server?
Container?
DNS?
Ich beobachtete das Ganze.
Sehr aufmerksam natürlich.
Irgendwann stellte sich heraus:
Die Ursache war gar nicht so kompliziert.
Der Switch hatte keinen Strom.
Das Homelab ebenfalls nicht.
Denn jemand hatte die Steckdosenleiste ausgeschaltet.
…
Interessant.
Ich möchte einige Dinge klarstellen
Erstens:
Der Schalter war frei zugänglich.
Zweitens:
Niemand hatte ihn als „Nicht von Katzen zu bedienen“ gekennzeichnet.
Drittens:
Ich habe lediglich eine Funktionsprüfung durchgeführt.
Und viertens:
Der Schalter funktioniert hervorragend.
Ich verstehe also die Aufregung nicht.
Mein Mensch hat etwas gelernt
Eigentlich war der Vorfall sogar ausgesprochen lehrreich.
Mein Mensch beschäftigt sich schließlich mit IT.
Und heute konnte ich ihm eine wichtige Lektion vermitteln:
Wenn plötzlich mehrere Dienste gleichzeitig ausfallen, sollte man nicht immer sofort an komplizierte technische Probleme denken.
Manchmal befindet sich die Ursache noch unterhalb des gesamten OSI-Modells.
Layer Zero: Katze.
Bitte.
Gern geschehen.
Meine Ausbildung macht Fortschritte
Vor wenigen Tagen habe ich noch Papierbälle durch die Wohnung gejagt.
Dann habe ich mich mit Alexa beschäftigt.
Danach habe ich meinen strategischen Beobachtungsposten eingerichtet.
Und heute habe ich erstmals einen vollständigen Ausfall der heimischen Cloud-Infrastruktur ausgelöst.
Ähm.
Ich meine natürlich:
einen kontrollierten Disaster-Recovery-Test durchgeführt.
Das klingt wesentlich professioneller.
Mein Mensch weiß jetzt jedenfalls, dass seine Systeme nach einem vollständigen Stromausfall wieder funktionieren.
So etwas sollte man regelmäßig testen.
Habe ich gehört.
Für heute reicht es
Nach dieser umfangreichen technischen Tätigkeit werde ich mich jetzt wieder meinen normalen Aufgaben widmen.
Spielen.
Fressen.
Schlafen.
Menschen beobachten.
Vielleicht gehe ich später noch einmal bei den Computern vorbei.
Mein Mensch hat allerdings inzwischen einen sehr nachdenklichen Blick, wenn ich mich der Steckdosenleiste nähere.
Keine Ahnung warum.
Aber eines muss ich sagen:
Dieses Homelab gefällt mir.
Da gibt es noch unglaublich viel zu entdecken.
Und ich habe gerade erst angefangen.
🐾 Yuna
Hauskatze, Junior-Systemadministratorin und zertifizierte Disaster-Recovery-Testerin