Yunas Katzentagebuch

Kleine Pfoten, große Abenteuer.

🐾 Yuna war hier 72 Tage alt.

Tag 5: Über Geschmack lässt sich nicht verhandeln

Tag 5: Über Geschmack lässt sich nicht verhandeln

Über Geschmack lässt sich nicht verhandeln 🐾

Heute ist mein fünfter Tag in meinem neuen Zuhause.

Inzwischen können wir wohl aufhören, ständig von meinem „neuen Zuhause“ zu sprechen.

Es ist mein Zuhause.

Punkt.

Ich kenne meine Menschen, bewege mich selbstverständlich durch mein Revier und habe inzwischen auch genügend Zeit gehabt, einige ihrer Gewohnheiten genauer zu untersuchen.

Dabei ist mir aufgefallen:

Bei der Verpflegung besteht noch Schulungsbedarf.

Wir müssen über meinen Napf reden

Meine Menschen geben sich wirklich Mühe.

Das möchte ich ausdrücklich festhalten.

Sie stellen mir Futter hin und warten dann gespannt darauf, was ich davon halte.

Trockenfutter?

Kann man essen.

Hühnchen?

Oh ja.

Hühnchen haben die Menschen verstanden.

Davon darf gerne mehr in zukünftige Planungen einfließen.

Und dann gibt es da noch …

Nassfutter.

Meine Menschen stellen es hin.

Ich gehe hin.

Ich schaue es an.

Ich rieche daran.

Und anschließend versuche ich ihnen mit meinem Blick eine eigentlich ziemlich einfache Nachricht zu übermitteln:

„Nimm das bitte wieder weg.“

Offenbar sprechen meine Menschen noch nicht fließend Katzisch.

Ich bin nicht mäkelig

Bevor hier falsche Behauptungen aufkommen:

Ich bin selbstverständlich nicht wählerisch.

Ich verfüge lediglich über Qualitätsstandards.

Das ist ein Unterschied.

Ein guter Systemadministrator installiert schließlich auch nicht jedes beliebige Paket, nur weil es irgendwo angeboten wird.

Erst prüfen.

Dann entscheiden.

Bei Futter funktioniert das genauso.

Hühnchen:

Paket akzeptiert.

Trockenfutter:

Installation möglich.

Nassfutter:

Abhängigkeiten nicht erfüllt. Vorgang abgebrochen.

Ich finde diese Vorgehensweise vollkommen vernünftig.

Meine Menschen lernen noch

Überhaupt macht die Ausbildung meiner Menschen Fortschritte.

Sie haben inzwischen verstanden, womit ich gerne spiele.

Sie wissen, dass ich meine Umgebung ausgiebig untersuchen möchte.

Sie haben akzeptiert, dass Schuhe vielseitiger verwendbar sind, als ursprünglich vom Hersteller vorgesehen.

Und sie merken langsam, dass ich ihnen ziemlich genau mitteile, was ich möchte.

Man muss nur hinschauen.

Ich glaube, genau das tun sie inzwischen immer besser.

Aus der kleinen Besucherin wird eine Bewohnerin

Vor fünf Tagen musste ich erst herausfinden, ob diese Menschen und dieses Haus sicher sind.

Heute beschäftige ich mich mit ganz anderen Fragen.

Wo möchte ich liegen?

Was möchte ich spielen?

Was könnte man als Nächstes untersuchen?

Und natürlich:

Was gibt es zu essen?

Das sind eindeutig die Probleme einer Katze, die angekommen ist.

Meine Menschen gehören inzwischen selbstverständlich zu meinem Alltag.

Ich kann bei ihnen liegen, spielen, schlafen oder einfach beobachten, was sie wieder Merkwürdiges machen.

Und während sie vermutlich glauben, dass ich mich bei ihnen eingewöhnt habe, sehe ich langsam die Wahrheit:

Wir gewöhnen uns gerade aneinander.

Das gefällt mir.

Eine Sache wäre da allerdings noch

Bei aller Harmonie muss ich auf einen offenen Punkt zurückkommen.

Das Futter.

Ich möchte meine Anforderungen deshalb noch einmal möglichst verständlich zusammenfassen:

Hühnchen: ja.

Trockenfutter: ja.

Dieses komische Nassfutter: Wir reden später darüber.

Meine Menschen werden das schon lernen.

Sie haben schließlich noch viele Jahre Zeit.

Und falls nicht?

Dann setze ich mich einfach wieder vor den Napf, schnuppere einmal daran und schaue sie an.

Manche Botschaften benötigen schließlich keine Worte.

🐾 Yuna

Hauskatze, Qualitätsprüferin und Leiterin der Abteilung Lebensmittelkontrolle

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