Yunas Katzentagebuch

Kleine Pfoten, große Abenteuer.

🐾 Yuna war hier 71 Tage alt.

Tag 4: Ich bin hier jetzt zu Hause

Tag 4: Ich bin hier jetzt zu Hause

Ich bin hier jetzt zu Hause 🐾

Heute ist mein vierter Tag bei meinen Menschen.

Vier Tage.

Das klingt eigentlich nach ziemlich wenig.

Wenn ich allerdings überlege, was seit meiner Ankunft alles passiert ist, sieht die Sache schon ganz anders aus.

Am ersten Tag saß ich noch in meiner Transporttasche und habe die Lage aus sicherer Entfernung beobachtet.

Heute?

Heute brauche ich keine taktische Ausgangsbasis mehr.

Das hier ist meine Basis.

Die große Eingewöhnung ist irgendwie gar nicht mehr so groß

Meine Menschen hatten sich bestimmt viele Gedanken darüber gemacht, wie lange ich brauchen würde, um mich einzuleben.

Menschen machen sich gerne Gedanken.

Ich habe inzwischen eine wesentlich einfachere Lösung gefunden:

Wenn ich spielen möchte, spiele ich.

Wenn ich etwas untersuchen möchte, untersuche ich es.

Wenn ich müde bin, lege ich mich hin.

Und wenn ein Mensch zufällig genau dort sitzt, wo ich mich aufhalten möchte …

nun ja.

Dann hat der Mensch Glück und darf bei mir sitzen bleiben.

So einfach kann Zusammenleben sein.

Meine Menschen gehören inzwischen zum Inventar

Anfangs habe ich jede Bewegung meiner Menschen genau beobachtet.

Wer geht wohin?

Was macht der da?

Warum steht die jetzt auf?

Kommt da jemand zurück?

Inzwischen habe ich verstanden:

Die gehören hierher.

Und noch wichtiger:

Sie gehören offenbar zu mir.

Das ist praktisch.

Menschen können nämlich erstaunlich viele nützliche Dinge.

Sie können Futter bereitstellen.

Sie können Wasser auffüllen.

Sie können Türen öffnen.

Sie können Spielzeug bewegen.

Und sie besitzen Hände.

Hände sind hervorragend.

Damit kann man streicheln, spielen und Dinge erreichen, an die eine kleine Katze gerade noch nicht herankommt.

Ich beginne langsam zu verstehen, warum Katzen seit Jahrtausenden Menschen halten.

Spielen geht natürlich immer

Auch heute gilt eine wichtige Regel:

Wenn sich etwas bewegt, könnte es Beute sein.

Wenn es raschelt, ist es verdächtig.

Und wenn ein Mensch eine Schnur, eine Angel oder irgendein anderes interessantes Ding in Bewegung setzt, gibt es eigentlich nur eine vernünftige Reaktion:

ANGRIFF!

Meine Menschen nennen das Spielen.

Für mich ist es Training.

Man weiß schließlich nie, wann plötzlich ein gefährliches Papierknäuel durch die Wohnung rollt.

Dann werden sie froh sein, dass ich vorbereitet bin.

Zwischendurch muss eine Katze ruhen

Natürlich kann selbst ich nicht den ganzen Tag durch die Wohnung rasen.

Manchmal muss man sich hinlegen.

Und das mache ich inzwischen dort, wo es mir gefällt.

In der Nähe meiner Menschen.

Auf einem gemütlichen Platz.

Oder einfach irgendwo, wo gerade zufällig jemand sitzt.

Das hätte ich am ersten Tag noch nicht gemacht.

Damals musste ich erst herausfinden, ob ich diesen Zweibeinern wirklich vertrauen kann.

Heute kenne ich die Antwort.

Ja.

Natürlich werde ich ihnen das nicht ständig sagen.

Sonst werden sie noch übermütig.

Das Revier ist unter Kontrolle

Auch die Wohnung wird zunehmend vertrauter.

Viele Gerüche kenne ich inzwischen.

Viele Geräusche ebenfalls.

Ich weiß, wo wichtige Dinge stehen.

Ich kenne interessante Wege.

Und ich habe bereits mehrere strategisch wertvolle Plätze entdeckt.

Damit beginnt langsam der normale Betrieb.

Die erste Phase meiner Mission ist damit praktisch abgeschlossen:

Ankommen.

Die zweite Phase läuft bereits:

Übernehmen.

Keine Sorge.

Meine Menschen dürfen weiterhin hier wohnen.

Sie machen sich schließlich ganz nützlich.

Vier Tage später

Wenn ich heute an meine Ankunft zurückdenke, kommt mir die kleine Katze in der Transporttasche fast schon ein bisschen fremd vor.

Vorsichtig eine Pfote heraussetzen.

Schnuppern.

Wieder schauen.

Noch einen Schritt.

Und heute bewege ich mich durch dieses Zuhause, als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt.

Vielleicht ist genau das Zuhause.

Ein Ort, an dem man irgendwann nicht mehr darüber nachdenkt, ob man bleiben darf.

Man bleibt einfach.

Und genau das werde ich tun.

Jetzt muss ich allerdings weiter.

Meine Menschen haben nämlich die unangenehme Angewohnheit, Dinge unbeaufsichtigt herumliegen zu lassen.

Kabel.

Schuhe.

Papier.

Technik.

Man könnte fast meinen, sie würden mich absichtlich beschäftigen.

Aber keine Sorge.

Ich kümmere mich darum.

🐾 Yuna

Hauskatze, Revierleiterin und angehende Systemadministratorin

Weitere Bilder von diesem Tag

Yuna
Yuna
Yuna
Yuna