Yunas Katzentagebuch

Kleine Pfoten, große Abenteuer.

🐾 Yuna war hier 79 Tage alt.

Tag 12: Hinter der Tür ist noch mehr Welt!

Tag 12: Hinter der Tür ist noch mehr Welt!

Hinter der Tür ist noch mehr Welt! 🐾

Ich dachte eigentlich, ich hätte mein Zuhause inzwischen ganz gut verstanden.

Ich kenne meine Menschen.

Ich kenne meine Schlafplätze.

Ich habe Ground Zero.

Ich habe mein Schattenarchiv.

Ich habe Castle in the Sky.

Ich kenne interessante Kabel, technische Geräte und inzwischen sogar einige Regeln, die meine Menschen für ausgesprochen wichtig halten.

Zum Beispiel:

„Nicht auf den Tisch.“

Über Sinn und Unsinn dieser Regel wird weiterhin verhandelt.

Aber heute Abend habe ich etwas entdeckt, das alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt.

Hinter unserer Wohnung gibt es noch mehr Welt.

Da war plötzlich eine Tür offen 🚪

Meine Menschen waren gerade mit dem Abendessen beschäftigt.

Ich war natürlich ebenfalls beschäftigt.

Mit wichtigen Katzendingen.

Und dann bemerkte ich etwas.

Die Wohnungstür.

Normalerweise ist sie geschlossen.

Heute offenbar auch.

Zumindest hatten meine Menschen das geglaubt.

Aber dann kam etwas Luftzug.

Die Tür bewegte sich.

Und plötzlich war da:

ein Spalt.

Natürlich musste ich nachsehen.

Man kann doch nicht einfach eine bisher unbekannte Öffnung im eigenen Revier entdecken und dann so tun, als wäre nichts passiert.

Also ging ich hin.

Schnupperte.

Schaute.

Und stellte fest:

Da geht es weiter!

Ihr habt mir das Treppenhaus verschwiegen!

Vor der Wohnung befindet sich ein weiterer Raum.

Mit Treppen!

Nach oben.

Nach unten.

Mit völlig neuen Gerüchen.

Und offenbar hatten meine Menschen nicht vor, mir diesen Bereich zu zeigen.

Interessant.

Sehr interessant.

Ich sah noch einmal zurück.

Meine Menschen aßen.

Niemand schaute.

Also setzte ich eine Pfote nach draußen.

Dann die zweite.

Und schließlich dachte ich:

Na gut. Ich sehe mich nur kurz um.

Das war ungefähr eine Stunde her.

Da unten gibt es NOCH MEHR HAUS!

Ich ging die Treppe hinunter.

Und wisst ihr was?

Das Haus hört dort nicht auf.

Da unten geht es einfach weiter!

Neue Wege.

Neue Türen.

Neue Ecken.

Neue Gerüche.

Überall Dinge, die ich noch nie gesehen hatte.

Ich musste selbstverständlich alles untersuchen.

Wo genau ich überall gewesen bin?

Das bleibt mein Geheimnis.

Meine Menschen vermuten inzwischen, dass ich unter anderem die untere Etage, den Lagerbereich und vielleicht sogar den Heizungsraum besucht habe.

Dazu mache ich keine Angaben.

Ich kann lediglich bestätigen:

Es war großartig.

Die Menschen hatten keine Ahnung

Das Beste an meinem Ausflug?

Meine Menschen bemerkten zunächst überhaupt nicht, dass ich weg war.

Sie saßen beim Abendessen und gingen offenbar davon aus, dass ich irgendwo in der Wohnung meinen üblichen Geschäften nachging.

Das ist nachvollziehbar.

Ich habe inzwischen schließlich genügend Plätze, an denen ich mich aufhalten kann, ohne sofort gesehen zu werden.

Nur dieses Mal war ich eben nicht im Schattenarchiv.

Nicht in Castle in the Sky.

Nicht unter irgendeinem Möbelstück.

Ich war eine Etage tiefer auf Expedition.

Kleine Abweichung vom normalen Tagesablauf.

Eine Stunde Abenteuer

Ungefähr eine Stunde lang habe ich meine neue Welt erkundet.

Eine ganze Stunde!

Ich weiß nicht, warum meine Menschen das so bemerkenswert finden.

Es gab schließlich viel zu tun.

Da unten scheint außerdem schon länger niemand mehr eine ordentliche Katzeninspektion durchgeführt zu haben.

Das konnte man anschließend auch sehen.

An mir.

Mein schwarzes Fell hatte nämlich einiges eingesammelt.

Staub.

Spinnenweben.

Und andere kleine Expeditionsspuren.

Offenbar eignet sich schwarzes Fell ausgezeichnet dazu, Beweismaterial vom Einsatzort mitzunehmen.

Das hätte mir vorher jemand sagen können.

Und dann bin ich wieder nach Hause gegangen

Irgendwann hatte ich genug gesehen.

Zumindest fürs Erste.

Also machte ich mich wieder auf den Weg.

Treppe hoch.

Zurück zu meiner Wohnung.

Zurück zu meinen Menschen.

Und dann kam ich herein.

Fröhlich.

Maunzend.

Und offenbar ein kleines bisschen übermütig.

Meine Menschen sahen mich an.

Ich sah meine Menschen an.

Und eigentlich wollte ich nur sagen:

„Bin wieder da! Ihr glaubt überhaupt nicht, was wir alles da unten haben!“

Merkwürdigerweise waren sie weniger begeistert von meiner Entdeckung als ich.

Was denn? Ich bin doch wieder da!

Meine Menschen machten sich offenbar Sorgen.

Das verstehe ich sogar ein kleines bisschen.

Für sie war ich plötzlich weg gewesen.

Für mich dagegen war es anders.

Ich war nicht verloren.

Ich war unterwegs.

Das ist ein wichtiger Unterschied.

Ich wusste schließlich, wo ich hergekommen war.

Und als meine Expedition beendet war, wusste ich auch, wohin ich wollte.

Wieder nach oben.

Durch die Tür.

Zu meinen Sachen.

Zu meinen Schlafplätzen.

Zu meinem Futter.

Und vor allem:

zu meinen Menschen.

Mein Zuhause ist meine Basis

Vielleicht habe ich heute etwas ziemlich Wichtiges gelernt.

Mein Revier ist offenbar viel größer, als ich bisher dachte.

Da draußen gibt es noch unglaublich viel zu entdecken.

Treppenhäuser.

Andere Etagen.

Dunkle Ecken.

Räume mit völlig neuen Gerüchen.

Vielleicht sogar Mäuse.

…

Moment.

Diesen Punkt muss ich später noch einmal überprüfen.

Aber egal, wie interessant es da draußen ist:

Irgendwann wollte ich wieder zurück.

Denn hier oben ist mein Zuhause.

Hier kenne ich alles.

Hier kann ich schlafen.

Hier kann ich spielen.

Hier steht Castle in the Sky.

Hier befindet sich mein Schattenarchiv.

Und hier wohnen meine Menschen.

Vor zwölf Tagen war dieses Zuhause für mich noch eine vollkommen fremde Welt.

Heute kann ich eine Stunde lang auf große Expedition gehen und danach einfach wieder hereinspazieren.

Vielleicht bedeutet Zuhause genau das:

Man weiß, wohin man zurückkehren möchte.

Meine Menschen haben allerdings etwas anderes gelernt

Seit heute kontrollieren sie die Wohnungstür plötzlich sehr genau.

Offenbar reicht es ihnen nicht mehr, wenn sie nur geschlossen aussieht.

Sie drücken sie jetzt richtig zu.

Bis sie einrastet.

Sehr verdächtig.

Außerdem scheinen sie ziemlich froh darüber zu sein, dass ich noch nicht an die Türklinke komme.

Das finde ich persönlich etwas kurzsichtig.

Ich wachse schließlich noch.

Und ich beobachte sehr genau, wie meine Menschen Türen öffnen.

Aber keine Sorge.

Heute habe ich überhaupt keine weiteren Pläne.

Wirklich nicht.

Ich bin schließlich gerade erst von einer einstündigen Expedition zurückgekommen.

Jetzt brauche ich erst einmal etwas Ruhe.

Und vielleicht ein kleines Leckerli.

Das bekomme ich nämlich inzwischen manchmal, wenn ich auf einen bestimmten Ruf zu meinen Menschen komme.

Eine ausgesprochen sinnvolle Regel.

Mensch ruft.

Yuna kommt.

Yuna bekommt Leckerli.

Endlich einmal ein System, dessen Architektur ich vollständig nachvollziehen kann.

Tagesbilanz

Für heute halte ich deshalb fest:

Wohnung: weiterhin Hauptquartier
Treppenhaus: entdeckt
Untere Etage: erkundet
Unbekannte dunkle Ecken: mehrere
Expeditionsdauer: ungefähr eine Stunde
Staub: reichlich
Spinnenweben: ebenfalls vorhanden
Orientierung: ausgezeichnet
Rückkehr: freiwillig
Reue: keine
Abenteuer: hervorragend

Und meine Menschen?

Die haben heute Abend eine wichtige Lektion gelernt:

Eine Tür, die nur so aussieht, als wäre sie richtig geschlossen, ist für eine neugierige Katze möglicherweise einfach:

eine Einladung.

🐾 Yuna

Hauskatze, Entdeckerin des Untergeschosses und seit heute offiziell nicht mehr auf die Wohnung beschränkt

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Yuna
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