Operation Papierkrieg 🐾
Heute haben meine Menschen Büroarbeit gemacht.
Auf dem Sofa.
Briefe.
Umschläge.
Dokumente.
Überall Papier.
Sie saßen davor und versuchten offenbar, die ganzen Sachen zu sortieren.
Ich habe mir das eine Weile angesehen.
Dann war klar:
Die brauchen Hilfe.
Das soll ein Ordnungssystem sein? 📂
Meine Menschen hatten tatsächlich angefangen, die Unterlagen in verschiedene Stapel zu legen.
Ein Blatt hier.
Ein Umschlag dort.
Andere Dokumente daneben.
Sehr statisch.
Kaum Bewegung.
Keine erkennbare Beteiligung einer Katze.
Ich weiß nicht, wer diesen Arbeitsablauf entwickelt hat, aber offensichtlich fehlte eine fachkundige Qualitätskontrolle.
Also ging ich aufs Sofa.
Mitten hinein.
Endlich professionelle Unterstützung
Zuerst lief ich über die Dokumente.
Das hatte bereits interessante Auswirkungen auf die bestehende Sortierung.
Einige Blätter verschoben sich.
Andere Stapel wurden etwas flacher.
Ein Umschlag änderte seinen Standort.
Schon deutlich dynamischer.
Meine Menschen versuchten daraufhin, die Unterlagen wieder an ihre ursprünglichen Positionen zu legen.
Interessant.
Offenbar hatten sie mein neues Ordnungssystem noch nicht verstanden.
Also half ich noch einmal.
Papier eignet sich hervorragend zum Untertauchen
Während meiner Arbeit entdeckte ich außerdem eine wichtige Funktion der Dokumente.
Man kann nicht nur darauf sitzen.
Man kann auch:
darunter verschwinden.
Also Kopf unter ein Blatt.
Noch ein Stück weiter.
Pfote dazwischen.
Und plötzlich war von mir kaum noch etwas zu sehen.
Ausgezeichnet.
Menschen besitzen wirklich erstaunlich vielseitige Büromaterialien.
Warum verwenden sie Papier eigentlich hauptsächlich zum Lesen und Schreiben?
Das verschenkt unglaublich viel Potenzial.
Dann kam der Umschlag
Irgendwann landete sogar ein Umschlag über meinem Kopf.
Kurzzeitig war meine Sicht dadurch etwas eingeschränkt.
Das ist bei professioneller Büroarbeit allerdings kein Grund, die Tätigkeit einzustellen.
Im Gegenteil.
Man muss flexibel bleiben.
Also weiter.
Unterlagen verschieben.
Unter Papier kriechen.
Wieder auftauchen.
Auf den nächsten Stapel.
Effizientes Dokumentenmanagement.
Meine Menschen benutzten dafür ein anderes Wort.
Ich glaube, es war:
„Yuna!“
Das höre ich bei wichtigen Projekten erstaunlich häufig.
Das Personal versuchte einen Rollback
Mehrfach versuchten meine Menschen anschließend, den Zustand vor meinem Eingreifen wiederherzustellen.
Sie sammelten die Blätter ein.
Sortierten sie neu.
Legten die Umschläge wieder ordentlich hin.
Also praktisch:
Rollback.
Natürlich musste ich eingreifen.
Man kann doch nicht einfach sämtliche Änderungen einer Mitarbeiterin verwerfen, ohne vorher ein ordentliches Review durchzuführen.
Also wieder aufs Sofa.
Pfote auf die Unterlagen.
Einmal quer darüber.
Unter das nächste Blatt.
Änderungen erneut deployed.
Meine Menschen wirkten zunehmend beeindruckt.
Zumindest interpretiere ich ihre Gesichtsausdrücke so.
Irgendwann war meine Arbeit erledigt
Nach einiger Zeit hatte ich sämtliche relevanten Unterlagen mindestens einmal kontrolliert.
Einige mehrfach.
Damit war mein Teil des Projekts abgeschlossen.
Also verließ ich den Arbeitsplatz und legte mich neben das Sofa.
Meine Menschen begannen daraufhin erneut, die Dokumente zu sortieren.
Das ist vollkommen in Ordnung.
Aufräumen gehört schließlich nicht zu meinem Zuständigkeitsbereich.
Ich bin Qualitätskontrolle.
Keine Sachbearbeitung.
Nach der Büroarbeit kommt der Betriebssport 🐈⬛💨
Nach so viel konzentrierter Arbeit brauchte ich Bewegung.
Zum Glück besitzt das Yuna HQ dafür eine ausgezeichnete Infrastruktur.
Den Flur.
Lange Strecke.
Wenig Kurven.
Hervorragender Untergrund.
Also Startposition einnehmen.
Kurz konzentrieren.
Und:
VOLLGAS!
Durch den Flur.
Wenden.
Zurück.
Noch einmal.
Meine Menschen behaupten, dass ich dabei teilweise nur noch als schwarzer Blitz zu erkennen war.
Das klingt nach einer erfolgreichen Trainingseinheit.
Menschen verstehen moderne Arbeitskonzepte nicht
Eigentlich war mein Tagesablauf ausgesprochen ausgewogen.
Zuerst:
Büroarbeit.
Danach:
Betriebssport.
Menschen erzählen doch ständig etwas von Bewegung am Arbeitsplatz und gesundem Ausgleich.
Kaum setzt eine Katze dieses Konzept konsequent um, heißt es plötzlich:
„Chaos.“
Ich sehe das anders.
Die Dokumente wurden bewegt.
Ich wurde bewegt.
Und anschließend durften sich meine Menschen beim erneuten Sortieren ebenfalls bewegen.
Ganzheitliches Gesundheitsmanagement.
Gern geschehen.
Tagesbilanz
Damit halte ich fest:
Büroarbeitsplatz: Sofa
Dokumente: kontrolliert
Bestehende Sortierung: optimiert
Umschläge: untersucht
Papierversteck: erfolgreich getestet
Rollback-Versuche: mehrfach verhindert
Personal: anschließend mit Aufräumen beschäftigt
Flur: zur Rennstrecke umgewidmet
Geschwindigkeit: schwarzer Blitz
Betriebssport: absolviert
Produktivität: hervorragend
Meine Menschen nennen das Ganze wahrscheinlich weiterhin Chaos.
Das dürfen sie.
Sie besitzen schließlich nicht meine fachliche Qualifikation.
Ich nenne es:
Büroarbeit mit anschließendem Betriebssport.
Und falls morgen wieder Dokumente auf dem Sofa liegen sollten, stehe ich selbstverständlich erneut zur Verfügung.
Man soll schließlich nicht zulassen, dass das Personal mit solchen Aufgaben allein gelassen wird.
🐾 Yuna
Hauskatze, Dokumentenmanagerin und Leiterin des betrieblichen Hochgeschwindigkeitssports