Yunas Katzentagebuch

Kleine Pfoten, große Abenteuer.

🐾 Yuna war hier 69 Tage alt.

Guten Morgen, neues Zuhause!

Guten Morgen, neues Zuhause!

Guten Morgen, neues Zuhause! 🐾

Ich habe meine erste Nacht hier verbracht.

Und wisst ihr was?

Ich bin immer noch da. Die Menschen auch.

Das ist schon einmal ein vielversprechender Anfang.

Gestern war schließlich ein ziemlich großer Tag für eine kleine Katze. Eine lange Fahrt, ein völlig neues Zuhause, fremde Gerüche und jede Menge Dinge, die dringend von mir untersucht werden mussten.

Am Anfang war ich deshalb noch etwas vorsichtig.

Heute Morgen sieht die Sache schon ganz anders aus.

Ein neuer Tag

Meine Menschen begrüßten mich mit einem freundlichen:

„Guten Morgen, Yuna.“

Guten Morgen?

Ich war längst wach.

Katzen haben schließlich keinen Wecker nötig. Wir besitzen ein wesentlich zuverlässigeres System:

Wir werden wach, wenn wir wach sind.

Also konnte die Arbeit beginnen.

Mein neues Revier musste schließlich weiter untersucht werden. Nur weil ich gestern bereits das Katzenklo, die Schuhe, den Sessel und diverse andere wichtige Einrichtungen kontrolliert hatte, bedeutet das noch lange nicht, dass hier alles abschließend geprüft ist.

Ein ordentliches Katzen-Audit braucht Zeit.

Die Entdeckung des Papierballs ⚽

Dann machten meine Menschen eine erstaunliche Erfindung.

Sie nahmen Papier.

Sie zerknüllten es.

Und plötzlich lag da ein Ball.

Ich muss zugeben: Für Menschen war das gar nicht schlecht.

Natürlich musste ich sofort überprüfen, was dieses Ding kann.

Es rollt!

Es hüpft!

Man kann es mit der Pfote wegschießen!

Und wenn man ordentlich hinterherjagt, rollt es selbstverständlich genau dorthin, wo es am schwierigsten wieder herauszubekommen ist.

Papierknäuel-Fußball!

Warum Menschen überhaupt Geld für Katzenspielzeug ausgeben, wenn sie offensichtlich über Papier verfügen, gehört zu den ersten großen Rätseln meines neuen Lebens.

Gestern war schon die Wollangel großartig.

Heute kommt ein zusammengeknülltes Stück Papier dazu.

Langsam bekomme ich den Verdacht, dass die besten Katzenspielzeuge genau die Dinge sind, die ursprünglich überhaupt nicht als Katzenspielzeug gedacht waren.

Ich werde diese Theorie weiter untersuchen.

Ausführlich.

Auch die Wasserversorgung ist genehmigt 💧

Natürlich besteht ein ordentliches Katzenrevier nicht nur aus Unterhaltung.

Man muss auch die Versorgungslage prüfen.

Und da steht dieses merkwürdige Ding.

Es macht Geräusche.

Darin bewegt sich Wasser.

Ein Trinkbrunnen.

Gestern habe ich diesem Apparat noch nicht vollständig vertraut. Schließlich sollte man bei unbekannter Technik zunächst beobachten, bevor man sie produktiv einsetzt.

Heute habe ich beschlossen, dass die Testphase beendet werden kann.

Also ging ich hin.

Schnupperte.

Schaute.

Und trank.

Der Wasserbrunnen ist hiermit offiziell von Yuna freigegeben.

Meine Menschen wirkten darüber ziemlich erfreut.

Sie freuen sich überhaupt erstaunlich oft über Dinge, die für mich vollkommen selbstverständlich sind.

Ich benutze das Katzenklo – die Menschen freuen sich.

Ich trinke Wasser – die Menschen freuen sich.

Ich spiele mit Papier – die Menschen freuen sich.

Das scheint ein ausgesprochen einfaches Volk zu sein.

Ich taue auf

Je länger der Tag dauert, desto interessanter wird dieses Zuhause.

Gestern habe ich noch vieles aus sicherer Entfernung beobachtet.

Heute?

Heute muss ich überall nachsehen.

Jede Ecke könnte schließlich etwas Interessantes enthalten.

Unter Möbeln kann man verschwinden.

Auf Möbel kann man klettern.

Hinter manchen Dingen kann man sich verstecken.

Und überall gibt es Gerüche, Geräusche und Bewegungen, die eine gründliche Untersuchung verlangen.

Meine Menschen beobachten mich dabei ziemlich genau.

Wahrscheinlich denken sie:

„Yuna taut immer weiter auf.“

Das kann man so sehen.

Ich würde eher sagen:

Die Sicherheitsüberprüfung des Reviers ist weit genug fortgeschritten, um den normalen Katzenbetrieb aufzunehmen.

Das klingt wesentlich professioneller.

Spielen ist eine ernste Angelegenheit

Mittlerweile wird nicht mehr nur vorsichtig geschnuppert.

Jetzt wird gerannt.

Gejagt.

Geklettert.

Gesprungen.

Und gespielt.

Sehr viel gespielt.

Die Wollangel ist weiterhin hervorragend.

Der Papierball ebenfalls.

Manchmal genügt aber auch irgendein Gegenstand, der sich bewegt, raschelt oder meiner Meinung nach eindeutig verdächtig aussieht.

Dann muss ich handeln.

Sofort.

Schließlich weiß man nie, wann ein gefährliches Papierknäuel zum Angriff übergeht.

Meine Menschen dürfen dabei gerne lachen.

Ich habe die Lage unter Kontrolle.

Langsam wird aus einem Haus mein Zuhause

Das Wichtigste an diesem zweiten Tag ist aber vielleicht etwas ganz anderes.

Ich muss nicht mehr ständig überlegen, wohin ich mich zurückziehen kann.

Ich komme heraus.

Ich spiele.

Ich erkunde.

Ich trinke.

Ich benutze mein Katzenklo.

Und zwischendurch schaue ich nach meinen Menschen.

Sie sind immer noch da.

Das gefällt mir.

Gestern waren sie noch die fremden Menschen in einem fremden Haus.

Heute sind sie schon ein kleines bisschen mehr meine Menschen.

Natürlich werde ich ihnen das nicht zu deutlich zeigen.

Man sollte Menschen schließlich nicht gleich am zweiten Tag verwöhnen.

Aber ich glaube, sie dürfen mich behalten.

Zwischenbilanz des zweiten Tages

Die Lage entwickelt sich ausgezeichnet:

  • Katzenklo: genehmigt
  • Wasserbrunnen: genehmigt
  • Wollangel: sehr genehmigt
  • Papierknäuel: dringend weiter zu erforschen
  • Sessel: klettertauglich
  • Schuhe: weiterhin verdächtig interessant
  • Menschen: machen Fortschritte

Und ich?

Ich werde mutiger.

Mit jeder Stunde gehört dieses Zuhause ein kleines bisschen mehr zu mir.

Gestern musste ich mich erst aus meiner sicheren Tasche herauswagen.

Heute flitze ich schon herum und entdecke meine neue Welt.

Gar nicht schlecht für meinen zweiten Tag.

Aber jetzt muss ich weiter.

Hier gibt es schließlich noch jede Menge Dinge, bei denen offenbar niemand daran gedacht hat, sie vor meiner Ankunft ordnungsgemäß von einer Katze prüfen zu lassen.

Man muss wirklich alles selber machen.

🐾 Yuna

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