Feierabend? Ich bestimme, wann Feierabend ist 🐾
Was für ein Tag.
Heute Morgen wurden die Grenzen meines bisherigen kleinen Reiches geöffnet und plötzlich stand mir viel mehr von meinem neuen Zuhause zur Verfügung.
Natürlich musste das untersucht werden.
Gründlich.
Schließlich kann man nicht einfach zusätzliche Räume freigeben und erwarten, dass eine verantwortungsbewusste Katze diese unbeaufsichtigt lässt.
Aber irgendwann ist selbst die umfangreichste Revierkontrolle vorläufig abgeschlossen.
Vorläufig.
Man weiß schließlich nie, ob sich ein Möbelstück über Nacht heimlich bewegt.
Zeit für die wirklich wichtigen Dinge
Nach all der Erkundungsarbeit stand irgendwann wieder etwas auf dem Programm, das Menschen gerne als „Spielen“ bezeichnen.
Ich sehe das etwas professioneller.
Jagdtraining.
Da war wieder dieses kleine Ding an der Schnur.
Es bewegt sich.
Es zuckt.
Es versucht zu fliehen.
Also musste ich hinterher.
Natürlich.
Meine Menschen helfen dabei erstaunlich bereitwillig mit.
Einer bewegt die Beute und ich erledige den anspruchsvollen Teil.
Eine durchaus sinnvolle Arbeitsteilung.
Dabei habe ich inzwischen auch festgestellt, dass man sich hier ziemlich unbesorgt mitten zwischen die Menschen legen kann.
Am ersten Tag hätte ich mir das noch sehr genau überlegt.
Heute?
Da liege ich eben.
Schließlich wohne ich hier.
Die Sache mit den Menschenfüßen
Bei meinen Untersuchungen bin ich außerdem wieder auf einen Bereich gestoßen, der mich bereits seit meiner Ankunft beschäftigt.
Menschenfüße.
Und direkt daneben:
Schuhe.
Diese Kombination wirft weiterhin zahlreiche wissenschaftliche Fragen auf.
Warum stecken Menschen ihre Füße in diese Dinger?
Warum riechen sie so interessant?
Warum stehen sie anschließend einfach auf dem Boden herum?
Und vor allem:
Warum hat mir niemand gesagt, dass Schuhe ausgezeichnete Kopfstützen sind?
Nach einer ausführlichen Begutachtung habe ich beschlossen, dass sich so ein Menschenschuh hervorragend eignet, um einfach den Kopf darauf abzulegen.
Mein Mensch hatte seinen Fuß praktischerweise direkt daneben.
Sehr aufmerksam.
So konnte ich mich ausstrecken und gleichzeitig sicherstellen, dass niemand unbemerkt verschwindet.
Effizient.
Ich glaube, meine Menschen verstehen langsam
Inzwischen merke ich etwas.
Meine Menschen beobachten mich nicht mehr ganz so besorgt wie am ersten Tag.
Damals war ich noch die kleine schwarze Katze, die nach einer langen Fahrt vorsichtig aus ihrer Transporttasche schaute.
Heute renne ich herum.
Ich spiele.
Ich erkunde neue Räume.
Ich lege mich mitten zwischen meine Menschen.
Und wenn ich müde bin, suche ich mir einfach einen Platz aus.
Notfalls eben neben einem Fuß und mit einem Schuh als Kopfkissen.
Man muss schließlich pragmatisch bleiben.
Drei Tage
Eigentlich bin ich erst seit drei Tagen hier.
Das ist gar nicht lange.
Und trotzdem hat sich schon unglaublich viel verändert.
Meine Transporttasche war zunächst mein sicherster Ort.
Dann kamen die ersten vorsichtigen Erkundungen.
Das Katzenklo.
Die Schuhe.
Die Wollangel.
Der Papierball.
Der Trinkbrunnen.
Immer mehr Vertrauen.
Und heute schließlich ein deutlich größeres Revier.
Langsam muss ich nicht mehr darüber nachdenken, ob ich mich irgendwo hinlegen darf.
Ich mache es einfach.
Das scheint mir ein ziemlich gutes Zeichen zu sein.
Tagesabschluss
Für heute reicht es jedenfalls.
Das Revier wurde erweitert.
Die Menschen wurden beschäftigt.
Die Jagdfähigkeiten wurden trainiert.
Und ein neuer Verwendungszweck für Menschenschuhe wurde entdeckt.
Ein ausgesprochen produktiver Tag.
Jetzt wird ausgeruht.
Denn morgen wartet bestimmt wieder irgendetwas darauf, von mir entdeckt, untersucht oder neu organisiert zu werden.
Meine Menschen glauben vermutlich, dass jetzt Feierabend ist.
Das ist niedlich.
Feierabend ist, wenn die Katze schläft.
🐾 Yuna
Revierleiterin, Spielzeugjägerin und zertifizierte Schuhkissen-Testerin