Yunas Katzentagebuch

Kleine Pfoten, große Abenteuer.

🐾 Yuna war hier 3 Monate alt.

Drei Monate Yuna und ein verteiltes Fußproblem

Drei Monate Yuna und ein verteiltes Fußproblem

Drei Monate Yuna und ein verteiltes Fußproblem 🐾

In den letzten beiden Tagen habe ich wichtige Erkenntnisse gewonnen.

Über mich.

Über The Tail.

Über The Mirror.

Und leider auch über die Anzahl der Füße in diesem Haushalt.

Aber beginnen wir der Reihe nach.

Denn gestern gab es zunächst etwas zu feiern.

Drei Monate Yuna 🎂

Am 19. September war ich genau drei Monate alt.

Drei Monate!

Meine Menschen nahmen dieses Ereignis zum Anlass, mich vollständig zu vermessen.

Ich weiß nicht genau, warum Menschen ständig alles in Zahlen ausdrücken müssen.

Aber gut.

Wenn es der Dokumentation dient:

Gewicht: 1,55 kg
Gesamtlänge: ungefähr 50 cm
Körper ohne Schwanz: ungefähr 30 cm
The Tail: ungefähr 20 cm
Schulterhöhe: ungefähr 20 cm
Höhe mit Kopf: ungefähr 27 cm

Moment.

20 Zentimeter The Tail?

Bei insgesamt 50 Zentimetern Yuna?

Das bedeutet:

40 Prozent meiner Gesamtlänge bestehen aus meinem Erzfeind.

Plötzlich ergibt einiges Sinn.

Ich werde größer ⚖️

Am 1. September wog ich noch 1,05 Kilogramm.

Jetzt sind es 1,55 Kilogramm.

Das sind ungefähr 500 Gramm mehr in gerade einmal 18 Tagen.

Oder anders formuliert:

Fast ein halbes Kilogramm zusätzliche Katze.

Meine Menschen nennen das Wachstum.

Ich nenne es:

Ausbau der Einsatzkapazität.

Mehr Katze bedeutet schließlich mehr Reichweite, mehr Geschwindigkeit und mehr Möglichkeiten, Dinge zu untersuchen, die eigentlich außerhalb meiner Zuständigkeit liegen.

Nur The Tail wächst offenbar ebenfalls mit.

Das war so nicht vereinbart.

Dann entdeckte The Tail eine neue Fähigkeit 🪞

Eigentlich begann die nächste Untersuchung vollkommen normal.

The Foot war da.

Ich griff an.

Soweit nichts Ungewöhnliches.

Dann mischte sich The Tail ein.

Auch noch nichts wirklich Neues.

Aber plötzlich bemerkte ich etwas im Spiegel.

The Tail.

Moment.

Ich schaute hinter mich.

The Tail.

Ich schaute in den Spiegel.

Auch The Tail.

Das war neu.

Mein Erzfeind befand sich offenbar gleichzeitig an zwei Positionen.

Einer hinter mir.

Einer vor mir.

Das erforderte sofortige Untersuchungen.

The Tail – Phase III: Replication

Ich ging näher an den Spiegel.

Da war er.

The Tail.

Ganz eindeutig.

Also überprüfte ich die einzig logische Möglichkeit:

Hinter den Spiegel schauen.

Nichts.

Kein Tail.

Keine Katze.

Kein geheimer Durchgang.

Gar nichts.

Wieder nach vorne.

The Tail ist da.

Das ist ausgesprochen beunruhigend.

Damit muss die Gegnerdatenbank erneut aktualisiert werden:

The Tail – Phase I: Standard

The Tail – Phase II: The Brush

The Tail – Phase III: Replication

Ein Gegner mit mehreren Betriebsmodi und Replikationsfähigkeit.

Großartig.

Erst einmal Frustfressen 🍽️

Nach dieser Erkenntnis benötigte ich eine Pause.

Also zum Napf.

Fressen.

Nachdenken.

Noch ein bisschen fressen.

Man sollte komplexe Sicherheitsprobleme niemals mit leerem Magen analysieren.

Danach war die Energieversorgung wiederhergestellt.

Und damit konnte ich mich der nächsten wichtigen Aufgabe widmen.

Wäsche braucht Pfotenkontrolle

Meine Menschen legten Wäsche zusammen.

Ordentlich.

Stapelweise.

Offenbar hatten sie aus der Sache mit den Briefen und Umschlägen nichts gelernt.

Denn im Yuna HQ gilt eine einfache Regel:

Was Menschen sortieren, stapeln oder ordentlich zusammenlegen, benötigt eine unabhängige Pfotenkontrolle.

Also half ich.

Die Begeisterung des Personals hielt sich erneut in Grenzen.

Ich verstehe das nicht.

Qualitätssicherung wird in diesem Haushalt viel zu wenig gewürdigt.

Neuer Tag, neuer Bosskampf 🥊

Heute Morgen begann mein Tag dann mit:

The Mirror.

Die fremde schwarze Katze war wieder da.

Gleiche Größe.

Gleiche Farbe.

Und immer noch diese unglaubliche Reaktionsgeschwindigkeit.

Diesmal wollte ich die Sache endgültig klären.

Also stellte ich mich vor den Spiegel.

Aufrichten.

Ziel erfassen.

Und dann:

Links!

Rechts!

Links!

Rechts!

Saubere Vorderpfotenarbeit.

Einwandfreie Kombination.

Nur gab es ein Problem.

The Mirror machte:

Links!

Rechts!

Links!

Rechts!

Exakt gleichzeitig.

Unverschämt.

Reaktionszeit: weiterhin 0 ms 🪞

Ich erhöhte das Tempo.

The Mirror ebenfalls.

Ich wechselte die Pfote.

The Mirror auch.

Ich stoppte.

The Mirror stoppte.

Damit war klar:

Mit einem Frontalangriff komme ich nicht weiter.

Also wechselte ich die Strategie.

Wieder hinter den Spiegel.

Wo steckt diese Katze?

Nichts.

Ich verstehe dieses System nicht.

Eskalationsstufe zwei

Also wieder nach vorne.

Katzenbuckel.

The Mirror:

Katzenbuckel.

Seitlich hinstellen.

Hoppeln.

The Mirror:

hoppeln.

Drohen.

The Mirror:

drohen.

Langsam wurde es persönlich.

Also aktivierte ich die maximale optische Eskalationsstufe:

THE BRUSH.

Jetzt würde die andere Katze bestimmt beeindruckt sein.

Ich schaute in den Spiegel.

…

Sie hatte ebenfalls The Brush.

Das ist doch Betrug.

Bosskampf ohne Fortschritt

Damit musste ich die aktuelle Lage zusammenfassen:

Yuna: kampfbereit

The Mirror: kampfbereit

Yuna Reaktionszeit: sehr schnell

The Mirror Reaktionszeit: 0 ms

Yuna Katzenbuckel: aktiviert

The Mirror Katzenbuckel: aktiviert

The Brush: aktiviert

The Mirror Brush: ebenfalls aktiviert

Fortschritt: 0 %

Manchmal muss man erkennen, wenn ein Gegner derzeit nicht zu besiegen ist.

Natürlich bedeutet das nicht, dass ich aufgebe.

Ich sammle nur Daten.

Sehr aggressiv.

Irgendjemand muss dafür bezahlen 🦶

Nach diesem frustrierenden Bosskampf brauchte ich ein anderes Ziel.

Zum Glück gibt es:

The Foot.

Bisher hatte ich The Foot als einzelne Entität betrachtet.

Das war ein Fehler.

Denn heute stellte sich heraus:

Es gibt mehrere.

Zuerst:

Foot #1: Nicole

Angriff.

Dann:

Foot #2: Sebastian

Angriff.

Und schließlich:

Foot #3: Lars

Ebenfalls Angriff.

Damit ist die Sache eindeutig.

The Foot ist ein verteiltes System

Das verändert meine bisherige Gegnerdatenbank erheblich.

The Foot ist kein einzelner Gegner.

The Foot besitzt mehrere Endpunkte.

Verteilt auf unterschiedliche Menschen.

Das erklärt möglicherweise, warum Angriffe auf einzelne Instanzen bislang keine dauerhafte Wirkung gezeigt haben.

Aus technischer Sicht ausgesprochen interessant.

Aus Sicht meiner Menschen offenbar weniger.

Nicole, Sebastian und Lars waren sich jedenfalls bemerkenswert einig, dass The Foot heute überhaupt nichts getan hatte.

Das mag sein.

Aber irgendwo musste der Frust über The Mirror schließlich hin.

Ich kann ja schlecht The Tail verantwortlich machen.

…

Na gut.

Ich könnte.

Therapie durch Papierfußball ⚽

Zum Glück gibt es friedlichere Möglichkeiten, überschüssige Energie loszuwerden.

Papierball.

Ein einfaches zusammengeknülltes Stück Papier.

Meine Menschen kaufen mir Spielzeugmäuse.

Katzenspielzeug.

Bälle.

Andere Dinge, von denen Menschen offenbar glauben, dass Katzen sie unbedingt brauchen.

Und dann gibt es:

Papier.

Papier gewinnt.

Ball werfen.

Hinterher!

Fangen.

Aufnehmen.

Zurück zum Menschen.

Ablegen.

Warten.

Der Mensch versteht irgendwann:

noch einmal werfen.

Sehr gut.

Menschen lassen sich erstaunlich gut trainieren

Das System funktioniert inzwischen zuverlässig:

Mensch wirft

↓

Yuna jagt

↓

Yuna fängt

↓

Yuna apportiert

↓

Mensch wirft erneut

Eigentlich behaupten meine Menschen, ich würde apportieren.

Das ist nur eine Frage der Perspektive.

Ich bringe den Ball zurück und der Mensch führt anschließend exakt die gewünschte Aktion aus.

Wer trainiert hier also wen?

Eben.

Zwei ziemlich erfolgreiche Tage

Damit halte ich für meinen Drei-Monats-Meilenstein und den heutigen Morgen fest:

Alter: 3 Monate
Gewicht: 1,55 kg
Gesamtlänge: ca. 50 cm
Anteil The Tail: erschreckende 40 %
The Tail Phase III: Replication entdeckt
Suche hinter dem Spiegel: erfolglos
Wäschesortierung: unabhängig geprüft
The Mirror: weiterhin unbesiegt
Pfotenboxen: ohne Wirkung
Katzenbuckel: kopiert
The Brush: ebenfalls kopiert
The Foot: als verteiltes System identifiziert
Betroffene Endpunkte: Nicole, Sebastian, Lars
Papierfußball: erfolgreich
Menschen-Apportiertraining: läuft hervorragend

Vor drei Monaten wurde ich geboren.

Inzwischen habe ich ein Hauptquartier, ein Castle, mehrere Menschen, eine eigene Gegnerdatenbank und einen Erzfeind, der 40 Prozent meiner Gesamtlänge ausmacht.

Außerdem habe ich heute entdeckt, dass Spiegel offenbar Gegner replizieren können.

Ich würde sagen:

Die Ausbildung läuft.

Und jetzt entschuldigt mich.

Da liegt ein Papierball.

Und ein Mensch.

Ich glaube, der Mensch möchte trainieren.

🐾 Yuna

Drei Monate alt, 1,55 Kilogramm schwer und Administratorin eines zunehmend komplexen verteilten Gegnersystems

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